Haltung von Wasserschildkröten

Im Folgenden werden lediglich allgemeine Richtlinien für die Haltung von Wasserschildkröten gegeben. Die speziellen Anforderungen der jeweiligen Art sollte stets berücksichtigt werden. Auch gibt es von Tier zu Tier unterschiedliche Bedürfnisse, die eine genaue Beobachtung der Schildkröten bedarf.

Haltung im Aquarium

Wasserschildkröten leben primär im Wasser und benötigen daher für die Haltung als Haustier ein angemessenes Aquarium. Als Richtlinie kann die Größe des Aquariums anhand der Panzerlänge der zu haltenden Wasserschildkröten bestimmt werden. Hierbei ist die Länge eines ausgewachsenen Tieres ratsam, damit nicht ständig ein neues Aquarium gekauft werden muss. Als angemessen wird eine Länge des Aquariums gesehen, dass fünfmal so lang wie die Panzerlänge der größten Schildkröte ist. Die Breite wird ähnlich berechnet – hierbei ist die Hälfte der Aquariumslänge in Ordnung. Wem es möglich ist, sollte dennoch zu einem größeren Becken greifen, um den Tieren den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.

Die oben genannten Richtlinien beziehen sich auf die Haltung von zwei Tieren. Für jedes Weitere sollte in etwa 10% mehr eingerechnet werden. Als Wassertiefe ist in etwa die zweifache Panzerbreite ausreichend. Für Arten, die gerne schwimmen, kann der Wasserstand auch gerne höher sein.

Ausreichende Beleuchtung im Aquarium

Wasserschildkröten mögen eine helle Umgebung. Sie nehmen an, dass es da wo es hell ist auch warm ist. Neben normalen Strahlern für die Helligkeit, benötigt die Wasserschildkröte jedoch auch UVB-Strahlen und Wärme. Die UVB-Strahlen sorgen würd ausreichender Produktion von Kalzium für die Knochen. Die Wärme hingegen sorgt für einen angemessenen Stoffwechsel.

Besonders zu empfehlen sind HQI-Strahler, da sie eine hohe Lichtintensität und angemessene Helligkeit abgeben. Zusätzlich muss ein Wärme-Sport, am besten über dem Landteil, zur Verfügung stellen. Je nach Art sonnen sich die Tiere mehrere Stunden hierunter. Die Länge der Beleuchtung im gesamten Becken ist abhängig von der zu haltenden Art und der Jahreszeit.

Eiablageplatz für weibliche Wasserschildkröten

Wasserschildkröten brauchen ein Landteil. Hier trocknen sie ihren Panzer ab und sonnen sich unter einer Wärmelampe. Für weibliche Wasserschildkröten ist dieser Platz besonders wichtig. Egal ob sie Nachwuchs erwarten oder nicht, muss ihnen die Möglichkeit gegeben werden Eier im Sand abzulegen. Andernfalls kommt es zu einem krankhaften Verhalten: der Legenot.

Ähnlich wie bei Hühnern, können Wasserschildkröten auch unbefruchtete Eier ablegen. Hinzu kommt, dass Schildkröten die männlichen Samen bis zu mehrere Jahre in ihrem Körper speichern können und somit erst zu einem späteren Zeitpunkt befruchtete Eier ablegen können, obwohl sie alleine lebt. Grundsätzlich werden die männlichen Tiere früher geschlechtsreif. Bei einigen Arten können grobe Richtwerte gegeben werden, ab wann die Wasserschildkröte eventuell geschlechtsreif ist. Bei Moschusschildkröten, die insgesamt eher klein bleiben, kann dies ab einer Panzerlänge von 6cm sein, bei Schmuckschildkröten hingegen erst bei 15cm. Die Panzerlänge ist jedoch stark vom allgemeinen Wachstum abhängig, wobei dieser wiederum vom Futter und anderen Faktorens abhängt.

Balzverhalten kann brutal aussehen

Das Balzverhalten von Wasserschildkröten kann für den Menschen sehr brutal wirken. Als gegenseitiges Necken jagen sich die Tiere im Aquarium umher und beißen sich gelegentlich in den Hals. Geschlechtsreife Tiere sind besonders dominant, weshalb es problematisch werden kann, wenn zwei Schildkröten sich ein Becken teilen und nur ein Tier geschlechtsreif ist. Ebenso kann es zu Problemen bei einem Pärchen kommen, hierbei kann das Weibchen von den extremen Balzverhalten des Männchens dauerhaft unter Stress stehen.

Das Thema der Winterstarre wird viel diskutiert

Beim Thema Winterstarre werden verschiedene Auffassungen vertreten. Eine richtige Winterstarre findet bei den Temperaturen von 4-8 Grad statt. Die als Haustiere gehaltenen Schildkröten hingegen verbringen meist nur eine verminderte Aktivitätsphase bei geringere Temperatur von 15-20 Grad und reduzierter Beleuchtung.

Ob Wasserschildkröten eine Winterstarre oder –ruhe einlegen hängt im hohen Maße von ihrer Herkunft und ihren Vorfahren ab. Ebenfalls zu beachten, dass es für viele Schildkröten im deutschen Sommer in ihrem Zuhause eigentlich Winter ist. Um herauszufinden, ob die eigenen Wasserschildkröten eine Ruhephase benötigen, müssen sie genauestens beobachtet werden. In keinem Fall sollte jedoch diese Winterruhe erzwungen werden. Aufgrund der verminderten Temperatur, aber bei gleicher Aktivität, kann es schneller zu einer Lungenentzündung kommen.